Raspberry Pi Heimserver: Docker, AdGuard & Traefik
Richte deinen Raspberry Pi als energiesparenden Heimserver mit Docker, AdGuard Home, Traefik und UFW-Firewall ein. Komplette Anleitung inklusive Stromkostenrechner.
Inhaltsverzeichnis
- Voraussetzungen und Hardware-Empfehlungen
- Betriebssystem installieren: Headless-Setup mit Raspberry Pi OS
- Raspberry Pi ans Netzwerk anschließen
- Grundkonfiguration des Raspberry Pi OS
- Docker und Docker Compose installieren
- AdGuard Home als netzwerkweiter Werbeblocker einrichten
- Traefik als Reverse Proxy einrichten
- Heimdall als Dashboard einrichten
- Firewall mit UFW einrichten
- Automatische Updates und Wartung
- Öffentlicher Zugang zu deinen Diensten (Optional)
- Fazit
Ein Raspberry Pi eignet sich hervorragend als energiesparender Heimserver. In dieser Anleitung zeige ich dir, wie du einen Raspberry Pi mit Docker, AdGuard Home (DNS-Server / Werbeblocker), Traefik (Reverse Proxy), Heimdall (Dashboard) und einer UFW-Firewall aufsetzt - Schritt für Schritt, von der OS-Installation bis zum produktiven Betrieb.
Möchtest du lieber zuschauen? Eine Anleitung gibt es auch als YouTube-Video.
Key Takeaways
- Ein Raspberry Pi 4 oder 5 verbraucht nur 3-10 Watt und eignet sich ideal als 24/7-Heimserver
- Docker mit AdGuard Home blockiert Werbung netzwerkweit auf DNS-Ebene
- Traefik v3 als Reverse Proxy verwaltet Domains und SSL-Zertifikate automatisch
- UFW-Firewall schützt den Server, muss aber speziell für Docker konfiguriert werden
- Gesamtkosten: ca. 10-17 € Stromkosten pro Jahr bei Dauerbetrieb
Voraussetzungen und Hardware-Empfehlungen
Für einen zuverlässigen Heimserver brauchst du nicht zwingend den neuesten Raspberry Pi. Als Minimum empfehle ich einen Raspberry Pi 4 mit mindestens 4 GB RAM - mehr Arbeitsspeicher zahlt sich aus, wenn du mehrere Dienste parallel betreiben willst. Grundsätzlich funktioniert diese Anleitung auch auf anderen Geräten mit Debian-basiertem Betriebssystem, etwa Mini-PCs.
Finger weg von SD-Karten als Systemspeicher! SD-Karten sind für den Dauerbetrieb und die vielen kleinen Schreibzugriffe eines Servers ungeeignet. Sie haben begrenzte Schreib-/Lesezyklen und fallen bei intensiver Nutzung oft unerwartet aus. Stattdessen empfehle ich dringend eine externe SSD über USB 3.0. Die Vorteile: höhere Geschwindigkeit, längere Lebensdauer, geringeres Risiko von Datenverlust.

Ein großer Vorteil des Raspberry Pi bleibt sein geringer Stromverbrauch. Ein Raspberry Pi 5 benötigt etwa 4-5 Watt im Leerlauf und bis zu 10 Watt unter Volllast. Gemessen an einem ausgewachsenen Server oder einem alten Laptop ist das immer noch sehr sparsam. Bei einem Strompreis von 40 Cent/kWh kostet jeder Watt ca. 3,50 € im Jahr. Läuft ein Gerät 24 Stunden am Tag an 365 Tagen steigen die Stromkosten um ca. 17 € pro Jahr.
Berechne hier deine ungefähren jährlichen Stromkosten:
Ergebnis
Betriebssystem installieren: Headless-Setup mit Raspberry Pi OS
Der Raspberry Pi Imager ist über die Jahre deutlich komfortabler geworden und erlaubt viele Vorkonfigurationen direkt beim Erstellen des Boot-Mediums.
- Lade den aktuellen Raspberry Pi Imager von der offiziellen Website herunter und installiere ihn.
- Wähle dein Raspberry Pi Modell aus.
- Wähle als Betriebssystem “Raspberry Pi OS Lite (64-bit)” (unter “Raspberry Pi OS (other)”). Die 64-Bit-Version ist mittlerweile die Standardempfehlung. Die Lite-Version kommt ohne grafische Oberfläche aus und spart wertvolle Systemressourcen.
- Wähle als Speichermedium deine angeschlossene externe SSD aus.
- Klicke auf “Weiter” und dann auf “Einstellungen bearbeiten”. Hier nimmst du wichtige Voreinstellungen vor:
- Hostname: Gib deinem Pi einen Namen (z.B.
raspberrypi.local). - Benutzername und Passwort: Lege einen sicheren Benutzernamen und ein starkes Passwort fest. Vermeide den alten Standard “pi”.
- WLAN konfigurieren: Gib deine WLAN-Daten ein, falls du kein LAN-Kabel verwendest. LAN ist für den Serverbetrieb empfohlen.
- Locale-Einstellungen: Setze Sprache und Tastaturlayout (z.B.
de,Europe/Berlin). - Dienste: Aktiviere SSH unbedingt! Wähle “Passwort-Authentifizierung verwenden”. Ohne SSH brauchst du Monitor und Tastatur.
- Hostname: Gib deinem Pi einen Namen (z.B.
- Speichere die Einstellungen und klicke auf “Ja” bzw. “Schreiben”, um den Vorgang zu starten.
Nach Abschluss kann die SSD an den Raspberry Pi (an einen blauen USB 3.0 Port!) angeschlossen und der Pi gestartet werden.
Raspberry Pi ans Netzwerk anschließen
Nach dem ersten Start verbindest du dich per SSH mit deinem Pi. Die IP-Adresse findest du in der Oberfläche deines Routers. Unter Windows, macOS oder Linux geht das im Terminal:
ssh dein_benutzername@ip-adresse-des-pi
# Beispiel: ssh pi-admin@192.168.178.50
Bestätige beim ersten Verbinden den Fingerprint mit yes.
Feste IP-Zuweisung
Es empfiehlt sich, dem Raspberry Pi eine dauerhafte IP-Adresse zuzuweisen. Das geht in den meisten Routereinstellungen. In einer Fritz!Box findest du das unter Heimnetz > Netzwerk > Netzwerkeinstellungen, wenn du auf die Details des Geräts klickst.

Problem: Vodafone Station
Mein Raspberry Pi bekam an der Vodafone Station nach einer Neuinstallation keine IP-Adresse mehr zugewiesen. Ich vermute, es hängt mit dem DHCP-Server der Vodafone Station zusammen. Falls du dasselbe Problem hast: Prüfe, ob du im Router die MAC-Adresse des Pi manuell einer festen IP zuweisen kannst.
Grundkonfiguration des Raspberry Pi OS
Nach der erfolgreichen SSH-Verbindung bringen wir das System auf den neuesten Stand:
sudo apt update -y
sudo apt upgrade -y
sudo apt autoremove -y
Das kann einige Zeit dauern. Im Anschluss prüfen wir wichtige Systemeinstellungen:
# Zeitzone überprüfen (sollte durch Imager korrekt sein)
date
# Falls doch nötig, Zeitzone manuell setzen:
# sudo timedatectl set-timezone 'Europe/Berlin'
# Systemauslastung beobachten (mit Strg+C beenden)
htop
# CPU-Temperatur überwachen
cat /sys/class/thermal/thermal_zone0/temp
Der letzte Befehl zeigt die CPU-Temperatur in Milligrad Celsius an. Teile den Wert durch 1000 (z.B. 52123 = 52.123 °C). Bei längerer Nutzung unter Last, besonders beim Raspberry Pi 5, ist eine adäquate Kühlung (passiv oder aktiv) unerlässlich, um Leistungsdrosselung zu vermeiden.
ZSH Shell als Alternative zur Bash installieren
Ich bevorzuge ZSH mit Autovervollständigung. Falls du das auch möchtest:
sudo apt install zsh
curl -fsSL https://raw.githubusercontent.com/zimfw/install/master/install.zsh | zsh
chsh -s /usr/bin/zsh
exec bashDocker-Befehle automatisch vervollständigen:
mkdir -p ~/.zsh/completion
curl -L https://raw.githubusercontent.com/docker/compose/1.29.1/contrib/completion/zsh/_docker-compose -o ~/.zsh/completion/_docker-composeIn ~/.zshrc folgende Zeile hinzufügen:
fpath=(~/.zsh/completion $fpath)
autoload -Uz compinit && compinit -iAnschließend neu starten:
sudo rebootDocker und Docker Compose installieren
Docker ist der De-facto-Standard für die Containerisierung von Anwendungen. Es erlaubt uns, Dienste isoliert in Containern laufen zu lassen, ohne uns um Abhängigkeitskonflikte kümmern zu müssen. Die Installation erfolgt über die offiziellen Docker-Repositories:
# 1. Notwendige Pakete installieren
sudo apt update
sudo apt install -y ca-certificates curl gnupg
# 2. Dockers offiziellen GPG-Schlüssel hinzufügen
sudo install -m 0755 -d /etc/apt/keyrings
curl -fsSL https://download.docker.com/linux/debian/gpg | sudo gpg --dearmor -o /etc/apt/keyrings/docker.gpg
sudo chmod a+r /etc/apt/keyrings/docker.gpg
# 3. Docker Repository hinzufügen
echo \
"deb [arch=$(dpkg --print-architecture) signed-by=/etc/apt/keyrings/docker.gpg] https://download.docker.com/linux/debian \
$(. /etc/os-release && echo "$VERSION_CODENAME") stable" | \
sudo tee /etc/apt/sources.list.d/docker.list > /dev/null
# 4. Docker Engine, CLI, Containerd und Compose Plugin installieren
sudo apt update
sudo apt install -y docker-ce docker-ce-cli containerd.io docker-buildx-plugin docker-compose-plugin
Docker Compose ist heute als Plugin direkt in Docker integriert und muss nicht mehr separat installiert werden.
Überprüfe die Installation:
docker --version
docker compose version
Wir erstellen eine Grundstruktur für unsere Docker-Konfigurationen:
mkdir -p ~/docker
cd ~/docker
AdGuard Home als netzwerkweiter Werbeblocker einrichten
Statt Blocky oder Pi-hole setzen wir auf AdGuard Home. Es blockiert Werbung und Tracker auf DNS-Ebene für dein gesamtes Netzwerk, bietet eine moderne Weboberfläche und wird aktiv weiterentwickelt.
-
Verzeichnisse erstellen:
mkdir -p ~/docker/adguard/{work,conf} cd ~/docker/adguard -
Docker Compose Datei erstellen:
nano docker-compose.ymlFüge folgende Konfiguration ein:
# ~/docker/adguard/docker-compose.yml services: adguard: image: adguard/adguardhome:latest container_name: adguard-home restart: unless-stopped ports: - "53:53/tcp" - "53:53/udp" - "3000:3000/tcp" volumes: - ./work:/opt/adguardhome/work - ./conf:/opt/adguardhome/conf environment: TZ: Europe/Berlin networks: - proxy labels: - "traefik.enable=true" - "traefik.http.routers.adguard-http.rule=Host(`adguard.home`)" - "traefik.http.routers.adguard-http.entrypoints=web" - "traefik.http.services.adguard.loadbalancer.server.port=80" networks: proxy: external: true -
Gemeinsames Docker-Netzwerk erstellen:
sudo docker network create proxy -
AdGuard Home starten:
sudo docker compose up -d -
Ersteinrichtung: Öffne im Browser
http://<IP-Adresse-des-Pi>:3000. Wähle als Listen-Interface für das Webinterface Port 80 und für den DNS-Server Port 53. Lege einen Benutzernamen und ein sicheres Passwort fest. -
Router konfigurieren: Trage die IP-Adresse deines Raspberry Pi in den DHCP-Einstellungen deines Routers als einzigen DNS-Server ein. Bei der Fritz!Box unter Heimnetz > Netzwerk > Netzwerkeinstellungen > IPv4-Adressen.
-
Filterlisten konfigurieren: Im AdGuard Dashboard unter Filter > DNS-Sperrlisten die “AdGuard DNS filter”-Liste hinzufügen. Ergänzend empfiehlt sich eine eigene Whitelist wie zum Beispiel diese hier, um Fehlfunktionen durch zu aggressives Blocken zu vermeiden:
https://raw.githubusercontent.com/deployn/adguardhomelist/main/whitelist.txt -
DNS-Umschreibung für lokale Domains: Damit Domains wie
traefik.homeoderheimdall.homefunktionieren, füge in AdGuard unter Filter > DNS-Umschreibungen eine Regel hinzu:- Domain:
*.home - IP-Adresse: Die IP-Adresse deines Raspberry Pi (z.B.
192.168.178.50)
- Domain:
Alternative: Blocky als DNS-Werbeblocker
Falls du lieber Blocky nutzen möchtest, geht das auch:
cd ~/docker
mkdir blocky && cd blocky
mkdir whitelists blacklists logs
docker network create blocky_net
nano docker-compose.ymlservices:
blocky:
container_name: blocky
image: spx01/blocky
restart: unless-stopped
networks:
- blocky_net
ports:
- "53:53/tcp"
- "53:53/udp"
- "4000:4000/tcp"
environment:
- TZ=Europe/Berlin
volumes:
- ./config.yml:/app/config.yml
- logs:/logs
- ./blacklists:/app/blacklists/
- ./whitelists:/app/whitelists/Die zugehörige config.yml mit Filterlisten findest du in der Blocky-Dokumentation. Danach den Router wie oben beschrieben umstellen.
Traefik als Reverse Proxy einrichten
Ein Reverse Proxy wie Traefik nimmt Anfragen aus dem Netzwerk entgegen und leitet sie an den richtigen internen Dienst weiter. Das erspart uns, für jeden Dienst einen eigenen Port freigeben zu müssen. Wir verwenden Traefik v3 wegen seiner exzellenten Docker-Integration.
-
Verzeichnis erstellen:
mkdir -p ~/docker/traefik cd ~/docker/traefik -
Docker Compose Datei erstellen:
nano docker-compose.yml# ~/docker/traefik/docker-compose.yml services: traefik: image: traefik:v3.0 container_name: traefik restart: unless-stopped ports: - "80:80" - "443:443" volumes: - /var/run/docker.sock:/var/run/docker.sock:ro - ./traefik.yml:/etc/traefik/traefik.yml:ro - ./acme.json:/acme.json networks: - proxy labels: - "traefik.enable=true" - "traefik.http.routers.traefik-http.rule=Host(`traefik.home`)" - "traefik.http.routers.traefik-http.entrypoints=web" - "traefik.http.services.traefik.loadbalancer.server.port=8080" networks: proxy: external: true -
Traefik Konfigurationsdatei erstellen:
nano traefik.yml# ~/docker/traefik/traefik.yml entryPoints: web: address: ":80" websecure: address: ":443" api: dashboard: true insecure: true providers: docker: endpoint: "unix:///var/run/docker.sock" exposedByDefault: false network: proxy log: level: INFO -
Leere Datei für SSL-Zertifikate erstellen:
touch acme.json chmod 600 acme.json -
Traefik starten:
sudo docker compose up -d
Das Traefik Dashboard sollte nun unter http://traefik.home erreichbar sein.
Alternative: Nginx Proxy Manager (NPM)
Falls du lieber eine GUI zur Verwaltung deiner Proxy-Hosts nutzen möchtest, ist der Nginx Proxy Manager eine gute Alternative. Er bietet ein Dashboard zur einfachen Verwaltung von Proxy-Hosts, SSL-Zertifikaten und Zugriffskontrollen.
cd ~/docker
mkdir nginx-proxy-manager && cd nginx-proxy-manager
mkdir data/mysql -p
mkdir letsencrypt
docker network create npm_net
nano docker-compose.ymlservices:
nginx-proxy-manager:
container_name: nginx-proxy-manager
image: jc21/nginx-proxy-manager
restart: always
networks:
- npm_net
- internal
ports:
- "80:80"
- "443:443"
- "81:81"
environment:
DB_MYSQL_HOST: npm_db
DB_MYSQL_PORT: 3306
DB_MYSQL_USER: npm
DB_MYSQL_PASSWORD: deine_datenbank_passwort
DB_MYSQL_NAME: npm
volumes:
- ./data:/data
- ./letsencrypt:/etc/letsencrypt
depends_on:
- npm_db
npm_db:
container_name: npm_db
image: yobasystems/alpine-mariadb
restart: always
networks:
- internal
environment:
MYSQL_ROOT_PASSWORD: dein_root_passwort
MYSQL_DATABASE: npm
MYSQL_USER: npm
MYSQL_PASSWORD: deine_datenbank_passwort
volumes:
- ./data/mysql:/var/lib/mysqlDas NPM Dashboard erreichst du unter {IP-Adresse}:81. Standard-Login: admin@example.com / changeme.
Heimdall als Dashboard einrichten
Um den Überblick über unsere wachsenden Dienste zu behalten, installieren wir Heimdall als zentrales Dashboard mit Kacheln für alle Anwendungen.
-
Verzeichnis erstellen:
mkdir -p ~/docker/heimdall/config cd ~/docker/heimdall -
Docker Compose Datei erstellen:
nano docker-compose.ymlErsetze
1000beiPUID/PGIDmit deinen Werten (id -ubzw.id -g):# ~/docker/heimdall/docker-compose.yml services: heimdall: image: linuxserver/heimdall:latest container_name: heimdall restart: unless-stopped volumes: - ./config:/config environment: - PUID=1000 - PGID=1000 - TZ=Europe/Berlin networks: - proxy labels: - "traefik.enable=true" - "traefik.http.routers.heimdall.rule=Host(`heimdall.home`)" - "traefik.http.routers.heimdall.entrypoints=web" - "traefik.http.services.heimdall.loadbalancer.server.port=80" networks: proxy: external: true -
Heimdall starten:
sudo docker compose up -d
Heimdall ist nun unter http://heimdall.home erreichbar. Klicke auf “Add Application” oder das Zahnrad, um Kacheln für AdGuard, Traefik und weitere Dienste hinzuzufügen.
Alternative: Homer als schlankes Dashboard
Homer ist eine leichtgewichtigere Alternative zu Heimdall. Eine statische YAML-Datei als Konfiguration, kein Backend nötig.
cd ~/docker
mkdir homer && cd homer
mkdir assets
nano docker-compose.ymlservices:
homer:
container_name: homer
image: b4bz/homer
restart: unless-stopped
ports:
- 8080:8080
environment:
- UID=1000
- GID=1000
volumes:
- ./config.yml:/www/config.yml
- ./assets/:/www/assetsDie Konfiguration erfolgt über eine einfache YAML-Datei. Details in der Homer-Dokumentation.
Firewall mit UFW einrichten
Jetzt benötigen wir eine Firewall. Die uncomplicated firewall (UFW) ist die beste Wahl für unseren Heimserver.
sudo apt install ufw
sudo ufw allow 80/tcp
sudo ufw allow 443/tcp
sudo ufw allow 22/tcp
sudo ufw logging medium
sudo ufw default deny incoming
sudo ufw enable
Docker und UFW: Ein wichtiges Problem
Docker verändert die iptables-Regeln selbstständig, sobald ein Port in einer Docker-Compose-Datei freigegeben wird. Dadurch umgeht Docker die UFW-Firewall - das ist ein bekanntes Sicherheitsrisiko. Prüfe das, indem du nach einem Neustart versuchst, {IP-Adresse}:3000 (AdGuard Setup-Port) im Browser aufzurufen. Überraschung: Es klappt trotz Firewall.
Die beste Lösung dafür ist das Repository chaifeng/ufw-docker. Öffne die Datei:
sudo nano /etc/ufw/after.rules
Füge diesen Code am Ende ein:
# BEGIN UFW AND DOCKER
*filter
:ufw-user-forward - [0:0]
:ufw-docker-logging-deny - [0:0]
:DOCKER-USER - [0:0]
-A DOCKER-USER -j ufw-user-forward
-A DOCKER-USER -j RETURN -s 10.0.0.0/8
-A DOCKER-USER -j RETURN -s 172.16.0.0/12
-A DOCKER-USER -j RETURN -s 192.168.0.0/16
-A DOCKER-USER -p udp -m udp --sport 53 --dport 1024:65535 -j RETURN
-A DOCKER-USER -j ufw-docker-logging-deny -p tcp -m tcp --tcp-flags FIN,SYN,RST,ACK SYN -d 192.168.0.0/16
-A DOCKER-USER -j ufw-docker-logging-deny -p tcp -m tcp --tcp-flags FIN,SYN,RST,ACK SYN -d 10.0.0.0/8
-A DOCKER-USER -j ufw-docker-logging-deny -p tcp -m tcp --tcp-flags FIN,SYN,RST,ACK SYN -d 172.16.0.0/12
-A DOCKER-USER -j ufw-docker-logging-deny -p udp -m udp --dport 0:32767 -d 192.168.0.0/16
-A DOCKER-USER -j ufw-docker-logging-deny -p udp -m udp --dport 0:32767 -d 10.0.0.0/8
-A DOCKER-USER -j ufw-docker-logging-deny -p udp -m udp --dport 0:32767 -d 172.16.0.0/12
-A DOCKER-USER -j RETURN
-A ufw-docker-logging-deny -m limit --limit 3/min --limit-burst 10 -j LOG --log-prefix "[UFW DOCKER BLOCK] "
-A ufw-docker-logging-deny -j DROP
COMMIT
# END UFW AND DOCKER
Danach den Raspberry neu starten:
sudo reboot
Diese Regeln erlauben den Zugriff auf Docker-Dienste aus dem lokalen Netzwerk (192.168.0.0/16, 10.0.0.0/8, 172.16.0.0/12), blockieren aber Zugriffe von außen. Da die Ports 80 und 443 für den Proxy freigegeben werden sollen, ergänzen wir:
sudo ufw route allow 80/tcp
sudo ufw route allow 443/tcp
sudo ufw reload
Damit ist die Firewall vollständig konfiguriert und der Server abgesichert.
Automatische Updates und Wartung
Ein Heimserver braucht regelmäßige Pflege.
Betriebssystem-Updates:
sudo apt update && sudo apt upgrade -y && sudo apt autoremove -y
Docker-Container aktualisieren (pro Dienst):
cd ~/docker/adguard
sudo docker compose pull
sudo docker compose up -d --remove-orphans
Wiederhole das für Traefik und Heimdall in ihren Verzeichnissen.
Docker Systembereinigung:
sudo docker system prune -af
Dieser Befehl entfernt alle gestoppten Container, ungenutzten Netzwerke, Images und den Build-Cache.
Öffentlicher Zugang zu deinen Diensten (Optional)
Möchtest du Dienste wie Heimdall sicher von unterwegs erreichen?
- DynDNS: Da sich deine öffentliche IP-Adresse ändern kann, brauchst du einen DynDNS-Dienst (z.B. DuckDNS, No-IP, Cloudflare DDNS).
- Port-Weiterleitung: Leite in deinem Router die Ports 80 und 443 an die IP-Adresse deines Raspberry Pi weiter. Achtung: Das Öffnen von Ports birgt Sicherheitsrisiken.
- SSL mit Let’s Encrypt & Traefik: Bearbeite
~/docker/traefik/traefik.ymlund entkommentiere dencertificatesResolvers-Abschnitt. Trage deine E-Mail-Adresse ein und starte Traefik neu. Für jeden Dienst, der öffentlich erreichbar sein soll, passe die Labels in der jeweiligendocker-compose.ymlan.
Alternative ohne öffentliche IP/Portweiterleitung: Dienste wie Pangolin erlauben den Zugriff über einen sicheren Tunnel, ohne Ports öffnen zu müssen. Das stelle ich in einem eigenen YouTube-Video vor.
Fazit
Du hast nun einen modernen, effizienten und abgesicherten Heimserver auf Basis eines Raspberry Pi eingerichtet. Die Kombination aus Docker für Flexibilität, AdGuard Home für ein werbefreies Netz, Traefik für zentrale Zugriffssteuerung, Heimdall als Übersicht und UFW als Firewall bietet eine solide Grundlage. Von hier aus lassen sich weitere Dienste wie Portainer, Paperless oder Home Assistant ergänzen.
Welchen Raspberry Pi brauche ich für einen Heimserver?
Was kostet der Betrieb eines Raspberry Pi als Heimserver?
AdGuard Home vs. Pi-hole vs. Blocky - was soll ich nehmen?
Wie sichere ich meinen Raspberry Pi gegen Angriffe aus dem Internet?
Kann ich diese Anleitung auch mit einem anderen Gerät als dem Raspberry Pi nutzen?
Änderungsprotokoll
Beide Raspberry Pi Posts zusammengeführt. Veraltete Inhalte entfernt, Firewall-Abschnitt ergänzt.
Docker via Repository, AdGuard Home, Traefik v3, Heimdall.
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