Proxmox VE installieren: Schritt-für-Schritt Anleitung mit LXC-Containern
Proxmox VE auf einem VPS installieren: Voraussetzungen, ISO-Upload per SFTP, Installationsschritte und ersten LXC-Container erstellen.
Inhaltsverzeichnis
Es ist schon einige Zeit (sowie ein Major Release) vergangen, seitdem ich das letzte Mal Proxmox genutzt habe. Ehrlich gesagt mochte ich es damals nicht. Vermehrt lese ich jedoch davon, dass Nutzer damit wirklich zufrieden sind. Mittlerweile sind weltweit über 1,5 Millionen Proxmox-VE-Hosts im Einsatz, und die Community ist auf über 200.000 aktive Mitglieder angewachsen. Also gebe ich Proxmox nochmal eine Chance, mein sonst gewöhnliches Ubuntu-Setup zu ersetzen.
Proxmox VE ist eine Open-Source-Virtualisierungsplattform, die KVM-Virtualisierung und LXC-Container unter einer einzigen Weboberfläche vereint. Das bedeutet: Virtual Machines und leichtgewichtige Container side-by-side auf einem Host. In dieser Anleitung zeige ich Schritt für Schritt, wie man Proxmox auf einem VPS installiert und den ersten Container erstellt.
Key Takeaways
- Proxmox VE ist kostenlos, quelloffen und vereint KVM-VMs und LXC-Container in einem Interface
- Mindestvoraussetzung: 64-Bit-CPU und 2 GB RAM; für LXC-Container reicht ein einfacher VPS
- Installation erfolgt über ISO-Image, das per SFTP auf den Server hochgeladen wird
- Nach der Installation lässt sich alles über das Web-Interface unter
https://IP:8006verwalten
Voraussetzungen
Natürlich braucht man für einen Proxmox-Server zunächst einen Server. Grundsätzlich kann es jeder sein, auf dem ein eigenes Image installiert werden darf. Er muss mit einer 64-Bit-CPU ausgerüstet sein, empfohlen werden mindestens 2 GB RAM. Wer sich generell fragt, worauf es bei der Serverauswahl ankommt, findet in meinem VPS-Leitfaden für Anfänger eine ausführliche Übersicht.
Ich nutze dafür einen Server bei Netcup (Affiliate-Link). Neukunden können auch diese Gutscheine nutzen. Aber natürlich gehen auch andere Anbieter wie Hetzner, Contabo oder RackNerd.
Mit einem Netcup-Server kann man in der Standardeinstellung keinen KVM-Host betreiben. Dafür muss man zusätzlich eine Flag dazumieten, die 2 EUR pro Monat pro Kern kostet. Ich habe das nicht gemacht und werde deswegen nur LXC-Container erstellen können. Für meine Zwecke reicht das völlig aus, denn LXC-Container haben einen geringeren Overhead als volle VMs und teilen sich den Kernel mit dem Host.
Ausserdem muss ein Computer vorhanden sein, von dem aus man per SSH auf den Server zugreifen kann. Wie das mit VSCode funktioniert, habe ich in einem anderen Beitrag beschrieben.
Proxmox Installation
ISO-Image herunterladen und hochladen
Zunächst lade ich mir die neuste Image-Datei von Proxmox VE herunter. Zum Zeitpunkt der Erstellung dieses Artikels ist es Version 7.1. Sie ist knapp 1 GB gross.
Anschliessend lade ich sie auf meinen Server hoch. Im Falle von Netcup muss man sich im Server Control Panel anmelden und erhält dort unter dem Menüpunkt “Medien” die Zugangsdaten zum FTP-Server.

Nun nehme ich einen beliebigen FTP-Client und verbinde mich mit dem FTP-Server. Ein Beispiel für so ein Programm ist Filezilla. Wer SFTP nutzt, darf nicht vergessen, beim “Server” auch sftp:// vor die IP-Adresse zu setzen, sonst wird es nicht funktionieren.
Das Proxmox-Image lege ich in den Ordner namens “cdrom”.
Wenn der Vorgang fertig ist, kann man das Image unter “eigene DVDs” sehen.

Installation durchführen
Bevor ich den Server neu starte, ändere ich noch die Einstellungen der virtuellen Tastatur, damit ein deutsches Layout simuliert wird.

Danach starte ich den Server neu.
Wählt man jetzt den Menüpunkt “Bildschirm”, kann man die Installation auf dem Server fortsetzen.
Alle Einstellungen lasse ich so, wie sie sind. Was ich ändere, sind Passwort, E-Mail und ein beliebiger Hostname.
Nach der Installation sieht man wieder den Installationsbildschirm. An dieser Stelle kann man die VNC-Console schliessen, die virtuelle CD herausnehmen und den Server neu starten.
Erster Login
Ist der Server wieder gestartet, kann man im Web-Browser die IP-Adresse seines Servers zusammen mit Port 8006 ansteuern: https://{ip-adresse}:8006. Vermutlich erscheint zunächst eine Warnung, dass die Verbindung unsicher sei. Das liegt am selbstsignierten Zertifikat und kann ignoriert werden.
Wichtig: Der Benutzername bei der Anmeldung ist root und nicht die E-Mail-Adresse, die bei der Installation eingegeben wurde.

Die Installation ist fertig. Ab jetzt läuft alles über die Weboberfläche.
Ersten LXC-Container erstellen
Wenn man jetzt versucht, einen Container zu erstellen, funktioniert es noch nicht. Zunächst wird ein Template benötigt. Dazu muss in der Leiste links der lokale Speicher ausgewählt werden, anschliessend “Container Templates”.

Hier klicke ich auf “Templates” und wähle die Templates, die ich gerne als Basis hätte. Ich nehme Debian 11.
Anschliessend kann ich einen Container über “Erstelle CT” erstellen. Lasse ich alles so, wie es ist (bis auf Passwort und Hostname), erhalte ich einen neuen Container.

Jetzt kann ich oben rechts auf “Start” klicken und mich dann über die integrierte Konsole mit dem Container verbinden. Benutzername ist root, das Passwort das selbst gewählte.
Was kann man mit Proxmox machen?
Proxmox bietet deutlich mehr als nur einfache Container. Einige der wichtigsten Funktionen:
- KVM-Virtualisierung: Volle Virtual Machines mit eigenem Kernel, ideal für Windows oder andere Betriebssysteme
- LXC-Container: Leichtgewichtige Linux-Container mit geringem Overhead, die sich den Kernel mit dem Host teilen
- Cluster und High Availability: Mehrere Proxmox-Hosts lassen sich zu einem Cluster zusammenfassen, bei dem VMs bei Ausfall eines Knotens automatisch migriert werden
- Speicher-Backends: Proxmox unterstützt unter anderem ZFS, Ceph, LVM und NFS als Speicher-Backends
- Backup und Snapshot: Integrierte Backup-Funktion sowie Live-Snapshots von VMs und Containern
- Proxmox Backup Server: Ein eigenes Produkt für zentrale, deduplizierte Backups
Wer einen einzelnen Server betreibt und ihn mit verschiedenen Diensten bestücken möchte, für den reichen LXC-Container oft völlig aus. Sie starten in Sekunden und verbrauchen nur die Ressourcen, die tatsächlich benötigt werden. Das ist ein grosser Vorteil gegenüber einem Setup mit mehreren Docker-Containern auf Ubuntu, wo man die Dienste manuell mit Docker Compose verwalten muss.
Nächste Schritte
Nach der Installation stehen einem viele Möglichkeiten offen. Der nächste logische Schritt ist meistens die Einrichtung eines Reverse-Proxys, um Dienste unter einer eigenen Domain erreichbar zu machen. Dafür bietet sich Traefik als Reverse-Proxy an, den ich in einem separaten Artikel beschrieben habe.
Weitere Dienste, die sich gut in Proxmox-Container integrieren lassen, sind zum Beispiel Paperless-ngx zur Dokumentenverwaltung, Uptime Kuma zum Monitoring oder Vaultwarden als Passwort-Manager.
Ob ich letztendlich bei Proxmox bleibe oder zu einem klassischen Ubuntu-Setup zurückkehre, muss sich noch zeigen. Beide Ansätze haben ihre Vor- und Nachteile. Proxmox bietet eine aufgeräumte Weboberfläche und vereinfacht die Verwaltung von Containern, während ein reines Ubuntu-Setup mehr Flexibilität bei der Docker-Verwaltung bietet.
Schreib gerne in die Kommentare, welches System du bevorzugst und warum.
Brauche ich einen teuren Dedicated Server für Proxmox?
Was ist der Unterschied zwischen LXC-Containern und KVM-VMs?
Wie sicher ist Proxmox VE?
Kann ich Proxmox kostenlos nutzen?
Wie aktualisiere ich Proxmox?
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